Work, work, work...

Langsam haben wir in unseren Arbeitsalltag an der Nkosinathi Primary School sowie der Preschool gefunden, den ich euch, wie er zurzeit ist, gerne einmal vorstellen möchte.

 

Die Arbeit mit meinem Projektpartner Bendix an unserer Einsatzstelle läuft immer besser, auch wenn unsere Hoffnung auf einen Stundenplan zumindest bis zum Jahresende und somit auf etwas mehr Struktur wohl vollends verpufft ist. So empfängt uns jeden Tag, wenn wir die Schule betreten, das Geschrei der Schüler, die zum Beispiel "Grade 5, Grade 5" rufen, damit wir sie mit auf das Spielfeld nehmen. Wir haben das Gefühl, dass hier der Unterricht zwar erfolgt, aber inkonstant und dass insbesondere mittags einige Klassen keinen Lehrer mehr haben. Stattdessen finden wir die Lehrer häufig im Lehrerzimmer oder bei Meetings auf, was bei uns für große Verwirrung sorgt, da wir nicht wissen, welche Klasse wir nun wirklich nehmen dürfen und wir an die deutsche Organisation gewöhnt sind.

 

Oft beginnen wir damit, eine Klasse mit zum Sportfeld nehmen, spielen mit den Schülern ein Anfangsspiel und geben zum Beispiel im Anschluss den Jungen einen Fußball. Egal ob es regnet oder Steine und Unebenheiten auf dem Feld sind- die Begeisterung ist immer groß und einige Kinder spielen sogar barfuß und laufen durch den Matsch. Mit der anderen Hälfte spielen wir dann etwas anderes, da die Klassen mit bis zu 70 Kindern für Sportunterricht in einer Gruppe zu groß sind. Nach einiger Zeit kommen aber auch häufig Schüler anderer Klassen dazu. Zurzeit schwanken wir noch dazwischen, was unser Ziel für die nächsten Monate sein soll. Möglichst gut durchgeplanter Sportunterricht ist hier kaum möglich, stattdessen sind Spontaneität und Kreativität gefragt und zurzeit versuchen wir, möglichst viele Kinder sportlich und spielerisch zu beschäftigen. Trotzdem haben wir uns diese Woche an einen Parcours als Staffellauf gewagt, welchen wir auf jeden Fall noch einmal verbessern und wiederholen möchten. Ebenso haben wir mit den Kindern bereits Pyramiden gebaut.

Kreativität ist auch beim Retten einer Frisbee vom Dach gefragt
Kreativität ist auch beim Retten einer Frisbee vom Dach gefragt

Auch werden die Kinder häufig selber kreativ und verwenden nach einer Runde Seilspringen die Seile als Hochsprunglatte und machen Salti darüber. Langsam wird es immer wärmer, sodass wir uns sogar schon eine spontane Wasserschlacht an der Schule geliefert haben (leider zum Missfallen des Hausmeisters), die ich triefend nass zwar überlebt habe, danach aber erstmal krank geworden bin. Wie wir hier in den Sommermonaten Sport mit den Schülern machen sollen, ist uns noch ein Rätsel, jedoch fallen uns sicher auch weniger aktive Spiele ein.

An einigen Tagen, welche sich besonders jetzt vor den Abschlussprüfungen häufen, befinden sich alle Schüler außerhalb der Klassenräume. Wir versuchen, so viele möglich sportlich zu beschäftigen. An solchen Tagen kann es aber ebenso vorkommen, dass die Schüler mehr Spaß daran finden, meine Haare zu flechten oder zu tanzen, wofür ich nun schon öfter meine Musikbox mit afrikanischen Liedern mitgebracht habe. Ebenso ist hier ein Spiel sehr beliebt, bei dem die Kinder einen Stein hochwerfen, eine bestimmte Anzahl Steine aus einem aufgemalten Kreis mit der anderen Hand ziehen, und den zuvor geworfenen Stein wieder auffangen. Dieses wurde uns mit viel Geduld erklärt, einfach ist es aber keinesfalls. Anstatt also mit einem genauen Plan in die Schule zu gehen, leben wir in den Tag hinein und erleben das afrikanische Lebensgefühl und die African Time. Sich darauf einzulassen ist besonders für mich als sehr organisierten und perfektionistischen Menschen nicht einfach, aber ich kann noch viel von dieser Mentalität lernen.

Bobby, unser toller Citigolf, der von uns sogar mit Saft feierlich getauft wurde
Bobby, unser toller Citigolf, der von uns sogar mit Saft feierlich getauft wurde

Neben der Arbeit an der Nkosinathi Primary School, fahren wir mit unserem lieb gewonnenen Citi-Golf "Bobby" Dienstag bis Freitag zu der nahe gelegenen Preschool und unterstützen dort Le-Anne als Aunties und Uncles. Die Preschool hier ist wirklich sehr gut ausgestattet sowie organisiert, sodass hier meine gewohnte Struktur erfüllt wird. Mich fasziniert die Art und Weise, wie den Kindern dort Wissensinhalte vermittelt werden und mir bereitet die Arbeit dort viel Freude. Auch ist es sehr angenehm, dass die Kinder verhältnismäßig gut Englisch sprechen, sodass uns die Kommunikation mit ihnen leicht fällt.

 

Nach dem morgendlichen Singen (Zurzeit die Proben für das Weihnachtstheater), dem Besprechen des Wetters und nach dem Wiederholen der Zahlen, bekommen die Kinder verschiedene Aufgaben wie zum Beispiel Puzzeln, Malen oder Geometrische Formen üben. Hierbei unterstützen wir sie, bis wir mit ihnen im Anschluss nach draußen zum Spielen gehen. Auch arbeiten wir mit den Kindern häufig draußen in Stationen, um zum Beispiel durch Bälle werfen oder klettern ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern.