Wild Dogs are coming for you!

Life is too short. Have you thrown a disc today?

Tatsächlich geht wohl kaum ein Tag vorbei, an dem ich nicht ein paar Scheiben werfe, seit dem ich seit August 2017 dem Sport Ultimate Frisbee verfallen bin. So ist es keine Überraschung, dass ich bereits vor meinem Abflug nach Südafrika das Frisbeeteam in East London kontaktiert habe. Wundervoll ist in diesem Sport, wie herzlich man überall aufgenommen wird, sodass ich hier schnell Freundschaften schließen konnte.

 

Eines verhängnisvollen Tages habe ich beim Training in East London Dylan Sims getroffen, einen sehr talentierten Ultimate Spieler, der zudem für das Coaching des südafrikanischen U24 Teams mitverantwortlich ist. Dieser war überzeugt von meinen Fähigkeiten, eins kam zum anderen und schon befand ich mich über den Wolken auf dem Weg nach Johannesburg zum Tryout für das südafrikanische U24 Team! Meine Nerven lagen blank, aber irgendwie habe ich es in das Team geschafft und kann mich nun stolze Spielerin der Wild Dogs nennen! Wie verrückt ist das denn!!! :-) Im Juli geht es dann für ca. zwei Wochen auf die WM. Und die ist nirgendwo anders als in Deutschland, Heidelberg! Ob das Schicksal ist? Wir verkaufen zurzeit Wild Dogs Schlüsselhänger als Fundraiser und um mich einzustimmen, habe ich eine kaputte Scheibe im Wild Dogs-Südafrika- Style umdesigned (die könnten so auch auf den Markt gehen, oder?).

Am Ende des Roadtrips mit meinen Eltern hatten wir unser erstes Trainingscamp in Kapstadt mit dem grandiosen Ambiente der Universität von Kapstadt und dem Tafelberg dahinter. Das Team ist phänomenal und ich bin so glücklich die Chance zu bekommen mit so tollen Menschen zu spielen und ein Teil dieses Teams zu sein.

Nun heißt es natürlich: trainieren, trainieren, trainieren. Da ich fernab von den anderen Teammitgliedern wohne, bin ich leider sehr auf mich gestellt. Als Trainingspartner unterstützen mich stattdessen die Kinder, die gerne mit mir eine Runde laufen gehen oder die ein oder andere Scheibe werfen.Ende April standen die Mixed Nationals (südafrikanischen Meisterschaften) in Stellenbosch an, welche ich mit dem Team Chilli Heat aus Kapstadt bestritten habe.

 

Mitte Juni folgten die "All African Club Championships", welche als Vorbereitungsturnier für die Wild Dogs eine hervorragende Möglichkeit darstellten, um sich als Team einzuspielen und die anderen Spieler besser kennenzulernen.

Nun stand das große Event an, worauf wir als Team so lange hingearbeitet haben: Die World U24 Ultimate Championships. Endlich! (Es wurde sogar ein Artikel darüber veröffentlich!) Für mich war es zuerst sehr merkwürdig, wieder in Deutschland zu sein. Besonders die Öffis und das Gefühl der Sicherheit haben mich zu Beginn verwirrt. Am 13. Juli begann die Weltmeisterschaft mit einer Eröffnungszeremonie, wo die insgesamt 51 Teams in 3 Divisionen (Mixed, Mens, Womens) von den verschiedenen Breitengraden der Welt - Kanada bis Australien - nacheinander ins Stadion einliefen. In den nächsten Tagen folgten Spiele gegen Irland, Spanien, sowie Singapur, Polen und Australien. Schließlich konnten wir uns gegen Mexiko und in einem sehr hart umkämpften Spiel gegen Italien (15:14 nach 11: 14 Rückstand) durchsetzen. Zudem gewannen wir gegen Hong Kong. Eine große Überraschung war, dass meine drei besten Freunde mir einen Überraschungsbesuch abgestattet haben. Sie nach einer so langen Zeit plötzlich in Heidelberg stehen zu sehen war unglaublich schön! Zwei weitere besondere Highlights waren für mich mein 1. gefangener Layout auf Rasen und, dass ich im Spiel gegen Großbritannien Female MVP (Most valuable player) geworden bin. Besonders eindrucksvoll waren während der Woche die Begegnungen mit Spielern der verschiedenen Nationen, sodass ich sogar Freundschaften mit Spielern aus Singapur und Kolumbien schließen konnte. Toll war außerdem die Tradition des Trikot Tauschens, sodass ich nun stolze Besitzerin von Shirts aus Neuseeland, Mexiko, etc. bin. Schließlich haben wir in der Mixed Division mit den höchsten Punkten den Spiritaward gewinnen können, sodass wir nun sogar jeder eine Medaille mit nach Hause nehmen können (nach jedem Spiel wird das gegnerische Team in den Kategorien Rules Knowledge and Use, Fouls and Body Contact, Fair-mindedness, Positivie Attitude and Self-Control sowie Communication mittels eines Punktesystems bewertet, welche den einzigartigen "Spirit of the Game" im Ultimate ausmachen). Dieser Sieg spiegelt auch die grandiose Atmosphäre im Team wieder. Es war eine wundervolle Erfahrung mit den Wild Dogs spielen zu dürfen, da ich immer von allen Seiten auf Unterstützen zählen konnte. Ich werde dieses tolle talentierte Team sehr vermissen, aber vielleicht sehe ich den einen oder anderen Spieler bei einem folgenden internationalen Turnier wieder?