Malprojekt

Wenn ich ein Talent habe, dann ist es wohl mir verrückte Projekte auszudenken - und dieses toppt alles, was ich bisher gemacht habe.

 

Wie wäre es ein riesengroßes Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Feld 16 x 16 m zwischen den Klassenräumen der Nkosinathi auf den Boden zu malen? Mitsamt Cartoon Figuren?

Großartige Version, aber deutlich leichter gesagt als getan...

Zunächst folgte diesem Gedankenblitz, bis der erste Tropfen Farbe den Boden berührte, eine lange Planungsphase. Nachdem ich die Lehrer sowie den ASC von meiner Projektidee überzeugen konnte, erstellten Maren und ich eine grobe Skizze, mit der ich zu einem professionellen Farbgeschäft aufgebrochen bin. Dort wurde ich mit meiner Vision etwas schief angeschaut und plötzlich wurde mir bewusst, wie viele Einzelheiten es zu beachten gibt. Welche Farbe ist geeignet, damit das Gemälde auch noch in 10 Jahren den Boden ziert? Welche Farbtöne sind für das Spiel erforderlich und welche Utensilien sind außerdem nötig? Und so weiter und so fort... Hilfe! Dennoch verlasse ich mit einem Kostenvoranschlag und einer Farbbestellung das Geschäft, wohl bewusst welch ein Riesenberg Arbeit vor mir liegt.

 

Einige Wochen später ist die Farbe gemischt, der Großeinkauf erledigt  (von bunter Kreide zum Vormalen bis hin zum Flatterband fürs Absperren) und alle Utensilien finden in unserem Citi-Golf Platz. Nun stehen wir auf dem Schulhof in einem Labyrinth von Hütchen und der schwerste Teil steht bevor: welcher Kreis kommt wohin und welche Abstände sind nötig, um das Spielfeld von der kleinen Skizze vergrößert auf den Boden zu übertragen? Als diese Hürde schließlich überwunden ist und der Grundriss mit Kreide und Tape fixiert abgebildet ist, kann es endlich losgehen. Wir beginnen damit, die vielen Kreise des Spielfelds (insgesamt 96 Stück!) zu malen, wobei ein paar Kinder aus dem Frisbeeteam uns tatkräftig unterstützen. Mickey Mouse erwacht an dem Tag außerdem zum Leben und in der Mitte des Feldes prangt bald ein Herz in den Farben der südafrikanischen und deutschen Nationalflaggen.

 Obwohl nach diesem ersten Maltag das Spiel noch lange nicht fertig ist, sind die Schüler am Montag darauf ganz aus dem Häuschen und auch die Lehrer zeigen große Begeisterung, wobei die Kreise auf Unverständnis stoßen - das Spiel müssen wir der Schule wohl noch erklären. Wie zu erwarten, hält das Flatterband nur wenige Schüler davon ab, über das Spielfeld zu laufen und einige Kinder spielen bereits mit Schere, Stein, Papier gegeneinander darum, wer als Erstes die andere Seite des Feldes erreicht.

 

Eine Woche später führen wir das Malprojekt fort, sodass nun auch Dumbo, Balu und ein Minion fröhlich auf dem Schulhof dreinblicken. Außerdem erstrahlen SpongeBob, Joshi und Olaf in leuchtend bunten Farben zwischen den Klassenräumen. Heute unterstützen uns sogar noch mehr Kinder, sodass uns sogar die Einweghandschuhe und Pinsel ausgehen. Ansonsten muss ich stolz feststellen, dass meine Planung top ist - alles ist durchdacht und sogar die Cola für den Hausmeister und die Kekse und Äpfel als Stärkung für die Kinder sind zur Stelle.

 

Nun fehlt für ein richtiges gigantisches Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Feld natürlich noch ein entsprechend großer Würfel. Diesen werden Joost und ich voraussichtlich aus Holz zusammenzimmern, sodass bald auch fleißig los gespielt werden kann. Wir werden zunächst der 7. Klasse das Spiel beizubringen, damit diese dann das Spiel den jüngeren Kindern erklären kann.

 

Neben dem unbestrittenen Spaßfaktor, den das Spiel mit sich bringt, denke ich auch, dass es der Schule in eine freundlichere Lernumgebung verleihen kann. Dieses erscheint besonders in der Grundschule für mich sehr wichtig, damit die Kinder gerne in die Schule gehen und dort lernen.

 

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meinen Spendern bedanken, ohne die die Umsetzung dieses tollen Projekts nicht möglich gewesen wäre. Ich bin sehr glücklich darüber, langfristig hier etwas verändern zu können und die Möglichkeit hochwertige Produkte für das Projekt zu kaufen verdanke ich eurer großartigen Unterstützung.