Dragonforce

Mit viel Leidenschaft coache ich das Ultimate Frisbee Team der Nkosinathi, welches sich nach einer Team Abstimmung nun "Dragonforce" nennt. Jeden Dienstag und Freitag nach der Schule beginnen wir damit zu werfen, bis alle Kinder da sind und wir mit einigen Übungen beginnen. Obwohl der Weg zu einem Training mit 19 konstant kommenden Spielern holprig war, da der Sport wenig verbreitet ist und der Wind das Erlernen nicht gerade vereinfacht hat, sind die Kids richig gut geworden. Wenn ich zum Ende des Trainings das Team aufgeteilt gegeneinander spielen lasse, sieht das schon richtig nach Ultimate aus! Dies zu sehen erfüllt mich mit Stolz. Ein Junge fasziniert mich besonders; Yibanam ist sehr talentiert, aber leider ist es nicht möglich in Südafrika in dem Sport eine Förderung zu erhalten.

Die Einladungen sind verteilt!
Die Einladungen sind verteilt!

Ebenso gibt es leider keine Jugendmannschaften, gegen die ich ein Match organisieren könnte, in der Nähe. Aufgrund dessen habe ich mich dazu entschieden, mit dem Team im Mai für ein Wochenende ins Hobbiton in Hogsback zu fahren.

 

Dies ist ein Outdoor Education Center, welches für die Betreuung von Gruppen mit dem Schwerpunkt auf Erlebnispädagogik ausgelegt ist und als Non-Profit Organisation arbeitet. Das Zentrum hat mich bereits bei unserem ersten Zwischenseminar begeistert, sodass die Idee, mit einer Gruppe von Kindern dorthin zu fahren, schon im November herangereift ist und ich sie jetzt in die Tat umsetzen konnte! Die Planung für solch eine Fahrt war komplex: das Hobbiton buchen, 2 Elternbriefe schreiben und Rückmeldungen einsammeln, die Fahrt beim Distrikt beantragen mit insgesamt 12! erforderlichen Dokumenten (von Teilnehmerliste bis Notfallplan), den Transport für 17 Kinder organisieren, Mahlzeiten planen (wie viel essen 21 Personen über sechs Mahlzeiten verteilt?!) und entsprechend einkaufen,...

Wieder einmal war ich über die erforderliche Bürokratie überrascht, aber all diese Hürden konnten zum Glück gemeistert werden und es ging los Richtung Hogsback!

Schon bei der Hinfahrt war die Aufregung im Bus deutlich zu spüren. Als viele von den Kindern das erste Mal in ihrem Leben Berge erspähten, hielt sie nichts mehr auf ihren Sitzen und die Nasen wurden an der Fensterscheibe plattgedrückt. Wir wurden in Hogsback mit wunderbarem Sonnenschein empfangen und so machten wir uns gleich auf zu einem Wasserfall, wo die Kinder vergnügt im Wasser spielen konnten. Hierbei zuzuschauen war ein toller Anblick, welcher mich mit Glückseligkeit erfüllt hat.

 

Ganz schön wackelig- aber mit der Unterstützung des Teams für Simamkele ein Kinderspiel
Ganz schön wackelig- aber mit der Unterstützung des Teams für Simamkele ein Kinderspiel

Nachdem sich jedes Kind zum Mittagessen über zwei Hot Dogs hergemacht hat, stand der Middle Ropes Course auf dem Programm. Hierbei hat jedes Kind einen Parcours aus Seilen und Baumstämmen mithilfe von vier anderen Schülern bewältigt, sodass besonders Teamarbeit im Vordergrund stand. Im Anschluss wurde eine Log Challenge erfolgreich gemeistert und am Abend gab es ein tolles Spielangebot in der großen Halle.

 

Um Geld für andere Projekte zu sparen, habe ich mich für das Wochenende für Self-Catering entschieden. Meine 3 fleißigen Küchenfeen Natalie, Joost und Bendix standen mir tatkräftig zur Seite und haben das Essen für die Gruppe gezaubert. Zusätzlich wurden alle Aktionen von den wundervollen Instruktoren des Hobbitons geleitet, sodass mir während der Fahrt viel Arbeit und Verantwortung abgenommen wurde und ich so die Zeit mit den Kindern in vollen Zügen genießen konnte.

Voller Energie sind wir in den zweiten Tag gestartet, sodass bereits vor der Wanderung einige Kinder in den kalten Pool gesprungen sind (dies natürlich nur unter meiner Aufsicht, weil kaum ein Kind schwimmen kann). Weitere Gruppenaufgaben galt es heute zu bewältigen, angefangen davon, einen Turm zu bezwingen. Außerdem bestritten die Kids Orientierungslauf, sodass sie den ganzen Tag in Action waren. Zudem durfte jeder eine Zipline hinuntersausen und wurde anschließend von der Gruppe wieder zum Start gezogen.

 

Nach dem Abendessen (Nudeln mit Tomatensauce  kennen die Kinder erstaunlicherweise nicht - "Is that German?") brachen wir zur Nachtwanderung in den dunklen Wald auf. Nur der Mond erhellte unseren Weg und so pirschten wir, uns aneinander festhaltend, im Gänsemarsch die Pfade zwischen den hoch ragenden Bäumen entlang. Der Sterne funkelten in einer so selten wahrnehmbaren Art und Weise vom Himmel und auf einer Lichtung lagen wir schließlich im Kreis, um die Erlebnisse zu reflektieren - einfach fantastisch.

 

Die Fahrt schloss mit dem Highlight des Hobbitons: dem Hochseilgarten! Besonders aufregend stellt sich hierbei der Sprung an das frei schwingende Trapez heraus, das mich nur beim daran Denken mit Adrenalin erfüllt. Das Überwinden der eigenen Grenzen der Kinder zu sehen, war wirklich toll und danach durften sowohl die Kletterwand also auch die Jakobsleiter erklommen werden. Welch ein großartiger Abschluss!

Es sind diverse tolle Fotos von den Kindern an diesem Wochenende entstanden, sodass ich nun nach langem Aussortieren eine Fotoshow daraus basteln möchte. Diese werde ich, in Kombination mit anderen Aufnahmen vom Training, bei einem Abschiedsabend im August zeigen. So lange müssen sich die Schüler dann wohl noch gedulden.

Zusätzlich möchte ich gerne mit dem Team zum Abschluss weiße T-shirts bunt bemalen, damit jeder ein individuelles Erinnerungsstück an die Zeit hat.

 

Noch einmal, da ich es nicht genug betonen kann: ganz großen Dank an meine Unterstützer! Ihr habt den Kindern und mir ein unglaublich schönes Wochenende ermöglicht, dass uns für immer in Erinnerung bleiben wird.

Proof: neben meinem Auge hinter der Kamera durfte auch ich die Zip Line entlangsausen und wurde wieder auf den Boden zurückgeholt
Proof: neben meinem Auge hinter der Kamera durfte auch ich die Zip Line entlangsausen und wurde wieder auf den Boden zurückgeholt