Berlin News

"Der Osterhase war da! Leider konnte ich ihn nicht fangen, aber er hat für jeden von euch zwei Ostereier dagelassen, für jede Hand eins!"

Nun gibt es kein Halten mehr. Die Kinder in der Preschool stürmen aufgeregt auf den Spielplatz und machen sich auf die Suche nach den hier üblichen, mit Schokolade überzogenen, Marshmalloweiern. Sie strahlen über beide Ohren, als sie es geschafft haben, zwei der begehrten Süßigkeiten zu ergattern und sie diese nun genüsslich verputzen dürfen.

 

Ob man es glaubt oder nicht, es ist bereits April und die Zeit fliegt rasend schnell an uns vorbei, sodass uns sogar bereits unsere Nachfreiwilligen kontaktiert haben, ein eigenartiges Gefühl. Der Berlin Alltag geht hier so seinen Gang, mal ohne Wasser oder Strom, mal mit kaputter Waschmaschine oder nicht fahrtüchtigem Auto. All dies sind Erfahrungen, die ich dennoch nicht missen möchte, denn genau dann ist zum Beispiel Kreativität beim Wasser auffangen gefragt und wir lernen, die alltäglichen Dinge mehr wertzuschätzen.

 

In der Woche genießen Bendix und ich den, wie wir ihn nennen, Nkosinathi Lifestyle. Unser Schulalltag ist weiterhin unorganisiert und so beschäftigen wir immer die Klasse sportlich, die gerade nicht von einem Lehrer betreut wird. Jedoch haben wir für das letzte Semester vor den Ferien mit Weitwurf, Sprint und Dreisprung sogar Noten für die Klassen 4 bis 7 ermittelt - gar nicht so einfach bei so vielen Kindern mit schwierigen Namen! Zum Ende unseres Sportunterrichts ertönt laut die ASC Spitzenrakete. Nach einem kurzen Aufwärmen mit Oberschenkel und Hände Reiben wird "1,2,3,4,5 - 1,2,3 - 1 - Grade 5!" geklatscht und enthusiastisch gegrölt. Dies gilt für die Schüler als Zeichen, dass der Unterricht vorbei ist und der Weg zurück zum Klassenraum mit einem Lied angetreten wird.

Zusätzlich haben wir eine Website für unsere Schule erstellt und hierfür von den einzelnen Klassen Fotos aufgenommen. Weiterhin warten wir auf die Gelegenheit, ein Foto von dem gesamten Lehrkörper zu machen, diese hat sich jedoch noch nicht ergeben.

Da die Kinder sicherlich wenig Zugriff auf die Website haben, kleben Bendix und ich zudem die Fotos auf ein Plakat, um diese in der Schule aufzuhängen (da bin ich! da bin ich! - wer kennt es nicht aus seiner Schulzeit?). Zusätzlich prangt nun das Porträt von unserem Schulleiter Mr. Mnweba über der Rezeption, welches er mit "I'm not handsome, I am beautiful", kommentiert hat. Die steigende Unterstützung und Sympathie von ihm ist wirklich klasse und erleichtert die Umsetzung von Projekten sehr.

 

Leider neigt das Schwimmprojekt an der Berlin Primary School sich, aufgrund der sinkenden Temperaturen im Herbst, dem Ende zu. Stattdessen haben Maren und ich nun an der Nksoinathi ein Volleyballprojekt am Freitagnachmittag begonnen, das gleich großen Andrang bei den Kindern fand. Einige beherrschten die nötigen Techniken Pritschen und Baggern sogar schon sehr gut, das hin - und her spielen über das Netz mit einer Berührung erinnerte jedoch eher Tennis (no offence lieber Anton). Daran werden wir in den nächsten Wochen noch fleißig arbeiten.

 

Mit meinen Eltern und meinem Bruder Anton durfte ich im März einen weiteren großartigen Roadtrip erleben. Ein wundervolles Highlight war zu Beginn, dass wir drei Tage in Kapama, einem privaten Game Reserve in der Nähe des Kruger National Parks, verbracht haben. Dort sind wir jeden Morgen und Abend auf eine äußerst abenteuerliche Safari aufgebrochen. Nachdem wir auf unserer "Jagd" nach den Tieren uns Flussbetten entlang gekämpft und uns durch Buschwerk geschlagen haben, konnten wir sogar Leoparden dabei beobachten, wie sie ein Impala verspeisten. Zudem schauten wir Elefanten beim spielerischem Kämpfen, dem sogenannten Sparring, in einem Wasserloch zu und erspähten andere wilde Tiere wie Löwen und Nashörner. Natürlich habe ich diese tolle Möglichkeit, mich der Fotografie zu widmen, ergriffen und bin sehr glücklich über einige eindrucksvolle Aufnahmen, die entstanden sind.

Weiterhin sind wir der Garden Route gefolgt und so besichtigte ich einige wundervolle  Orte noch einmal, sodass sie sich fester in meinem Gedächtnis verankern konnten. Erlebnisse wie eine Canopy- Tour, bei der wir durch die Baumkronen des Tsitsikamma National Parks von Baum zu Baum gesaust sind, standen außerdem auf dem Programm. Zudem durften wir als Familie von einem Bekannten eine sehr persönliche Führung durch Kapstadt genießen. Es war großartig von solch einem ortskundigen Menschen die Stadt mit seiner Geschichte gezeigt zu bekommen und hierdurch neue Winkel zu entdecken, wohin normale Touristen sich nicht so schnell hinverirren.